Oskars Kleid (2022)
Erscheinungsbild
Beschreibung
Der geschiedene Polizist Ben bekommt seine Kinder Oskar und Erna für einige Wochen zu sich. Er erfährt, dass Oskar sich als Mädchen identifiziert und Lili genannt werden möchte. Während die Mutter und die Schule dies bereits akzeptiert haben, ringt Ben – geprägt von traditionellen Geschlechtervorstellungen – mit dieser Realität. Der Film erzählt seine Entwicklung hin zu einem verständnisvollen Vater. Regie: Hüseyin Tabak, Drehbuch: Florian David Fitz.
Fragestellungen
Empfehlung: Gut geeignet als niedrigschwelliger Einstieg in das Thema Transidentität, da der Film eine breite Zielgruppe anspricht und bewusst auf die skeptisch-überforderte Perspektive setzt. Ergänzend eignen sich Filme wie Tomboy (2011) oder Weil ich Leo bin (2021), die stärker die Perspektive des trans Kindes einnehmen.
Begriffe wie Transidentität, Deadnaming und Genderdysphorie sollten vorab geklärt werden. Kritisch zu beachten: Der Film erzählt die Geschichte primär aus der Perspektive des Vaters; Lili bleibt als Figur vergleichsweise flach und dient weitgehend der Entwicklung des Erwachsenen. Das ist eine legitime Diskussionsgrundlage im Unterricht, sollte aber bewusst thematisiert werden. Der Filmtitel selbst verwendet Deadnaming – das kann und sollte im Unterricht aufgegriffen werden.
- Was bedeutet Transidentität, und wie unterscheidet sie sich von Geschlechterrollen?
- Wie gehen verschiedene Familienmitglieder mit Lilis Identität um – und warum so unterschiedlich?
- Was braucht ein Mensch, um seine Identität leben zu können? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Normen und Vorurteile?